Tabellarischer Überblick über die Vereinsgeschichte von 1827–1927

(von Gregor Strick)

Diese Zusammenstellung gibt die Geschichte der Berliner Schachgesellschaft 1827 Eckbauer e. V. in Rahmendaten wieder. Wir laden ausdrücklich zur Lektüre der  Vereinsgeschichte in Textfassung (unter „Historie“) ein.

1827 Spätherbst: Gründung unter dem Namen „Gesellschaft“
1829 2. April: Der Klub gibt sich den Namen „Schachgesellschaft“
1830 April: Das Sommerlokal des Klubs ist, für die nächsten 24 Jahre,
der „Blumengarten“ (Potsdamer Chaussee)
4. November: Eintritt Julius Mendheims, des stärksten Berliner Spielers
1832 Tafel=Lieder für die im Jahre 1827 gestiftete Schach-Gesellschaft“,
die erste Veröffentlichung des Klubs
1833 und 1834: zwei Fernpartien gegen Magdeburg, der erste Auftritt außerhalb Berlins
1836 August: Tod Mendheims
Ludwig Bledow, eine nationale Schach-Autorität, wird Vorsitzender
Um Bledow bildet sich die „Berliner Schule“, die das deutsche Schach
international wettbewerbsfähig macht
1843 Das „Handbuch des Schachspiels“ nach Ideen Paul Rudolf von Bilguers, das Hauptwerk der Berliner Schule, erscheint
Die Berliner Schule löst sich auf
1846 Juli: Das Vereinsblatt „Schachzeitung“ kommt heraus und
existiert bis 1988
6. August: Tod Bledows
1851 Das auswärtige Mitglied Adolf Anderssen gewinnt das erste internationale Schachturnier zu London
21. August: Krönung Anderssens zum „Schach-Kaiser“ im „Blumengarten“
1853 Erstes Klubturnier. Sieger: Jean Dufresne
Tassilo von Heydebrand und der Lasa gewinnt ein Match gegen Howard Staunton
1860 Die Schachgesellschaft gilt als führender deutscher Schachverein
Das Jahrzehnt bis 1870 erlebt der Klub als seine zweite Blütezeit, nach der Berliner Schule
1863 In den folgenden Jahren dringt das Mitglied Gustav Richard Neumann zur Weltspitze vor
1871 Johannes Hermann Zukertort tritt in den Klub ein. Unter dessen Ehrenmitgliedern ist Szymon Winawer
1878 14. Mai: Die Schachgesellschaft beschließt, dem Deutschen Schachbund
beizutreten
1879 13. März: Tod Anderssens
1881 Der Klub gestaltet den zweiten Kongress des Deutschen Schachbunds
Das Mitglied Curt von Bardeleben steigt zur neuen Hoffnung des deutschen Schachs auf
1883 Emil Schallopp, Vorsitzender des Klubs, regt ein allgemeines Berliner
Schachturnier an
Einführung regelmäßiger Klubmeisterschaften, die stark besetzt
sind (u. a. Mieses, von Scheve, Caro)
1887 Ernennung von Heydebrands, des letzten noch lebenden Angehörigen der Berliner Schule, zum Ehrenpräsidenten
1891 Richard Teichmann wird Klubmeister
22. Mai: Erster „Damenabend“
Sommer: Emanuel Lasker, Weltmeister von 1894 bis 1921, tritt in die
Schachgesellschaft ein
1893 Simon Alapin erringt in der Klubmeisterschaft den geteilten ersten Platz
1895 November: Wilhelm Steinitz kommt zu Besuch und spielt u. a. ein Simultan
1896 August: Carl Schlechter besucht den Klub und hält ein Blindsimultan ab
Austritt aus dem Deutschen Schachbund
1897 Der Klub gewinnt einen „Massenkampf“ gegen den Schachverein von 76 und Berlin Nord
Ausrichtung des Berliner Schachkongresses
1898 Gründung der vereinseigenen Zeitschrift „Der Schachfreund“
(erschien bis 1901)
Oktober: Feier und Festschrift zum 80. Geburtstag von Heydebrands
1899 Tod von Heydebrands, Mitglied für fast sechzig Jahre
1901 April: Gründung des Allgemeinen Schachbunds zu Berlin, dem auch die
Schachgesellschaft beitrat
Wiedereintritt in den Deutschen Schachbund
1902 Erstes Sommerturnier des Allgemeinen Schachbunds zu Berlin
Zu seinem 75. Jubiläum zieht der Klub ins Café Kerkau um
Harry Nelson Pillsbury kommt zweimal und spielt blindsimultan
1903 August: Der Hastings and St. Leonard’s Chess Club ficht mit der
Schachgesellschaft ein Unentschieden aus
1904 29. Februar: Das Mitglied Ossip Bernstein stellt einen Weltrekord auf
(Simultanspiel an achtzig Brettern)
Der Klub regt ein Turnier um die Berliner Meisterschaft an, das Horatio Caro gewinnt
Die Schachgesellschaft ist mit ca. hundertfünfzig Mitgliedern der
größte deutsche Schachverein
1905 April: Frank Marshall ist zu Besuch
In der Meisterschaft von Berlin fallen fast alle Preise an Mitglieder des
Klubs, ebenso 1908/10
November: Telegrafisches Match mit dem Manhattan Chess Club, das dieser gewinnt
1906 Oscar Cordel wird wegen seiner Verdienste um das Spiel zum Ehrenmitglied ernannt
1907 Oktober: Teichmann siegt in dem Meisterturnier zur Feier des achtzigjährigen Bestehens
1908 Das Mitglied Ehrhardt Post regt den Deutschen Schachbund an, nationale Turniere Deutschen vorzubehalten
November: Das vom Klub initiierte Match zwischen Marshall und Mieses im Café Kerkau macht Schlagzeilen
1909 Oktober: Die Schachgesellschaft bezieht wegen ihrer vielen Mitglieder ein eigenes Klubheim (Kantstr. 164)
Austritt aus dem Allgemeinen Schachbund zu Berlin
1910 Der Klub stiftet ein Bankett zum Abschluss der Weltmeisterschaft Lasker – Schlechter
Oktober: Lasker spielt 24 Beratungspartien im Klub. Post wird Berliner Meister
November/Dezember: Der Klub verantwortet die WM Lasker – Janowski im Kerkau-Palast
1911 10. Februar: Aaron Nimzowitsch hält im Klub ein Simultan ab
März: Telegrafischer Wettkampf mit Wien (unentschieden)
8. April: José Raoul Capablanca spielt ein Simultan im Klub
Oktober: Post wird Vorsitzender. Dieses Amt übt er 32 Jahre lang aus
Die Schachgesellschaft verlässt wiederum den Deutschen Schachbund
1912 Februar: Die Klubzeitung „Der Schachwart“ erscheint (bis 1914), von
Lasker redigiert
1913 April: Erneuter Eintritt in den Deutschen Schachbund
23. September: Der Klub bezieht ein neues Heim in der Kantstr. 8
1914 Juni: Feier von Laskers Sieg im Großmeisterturnier zu St. Petersburg
Juli: Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs folgen für den Klub materiell und personell schwierige Jahre
1918 Wilhelm Junk widmet seine „Philosophie des Schachs“ der Schachgesellschaft
Klubturnier, zwei erfolgreiche Wettkämpfe gegen den Schachverein von 1876
1919 März: Der Klub gründet die Freie Vereinigung der Großberliner
Schachvereine. Vorsitzender: Post
April: Efim Bogoljubow gibt im Klub ein Simultan
In diesem und dem folgenden Jahr gewinnt der Klub überlegen die Berliner Mannschaftskämpfe
1920 Mitglieder der Schachgesellschaft nehmen die ersten sechs Plätze der
Berliner Meisterschaft ein
Als erster deutscher Klub Wiederaufnahme ausländischer Beziehungen
(telegrafischer Wettkampf mit Holland)
Simultan des achtjährigen Wunderkinds Szmul Rzeszewski (Samuel Reshevsky)
Gestaltung eines Friedensturniers mit den zwölf stärksten Berliner
Spielern
Ausrichtung des 20. Kongresses des Deutschen Schachbunds
Post fordert im Deutschen Schachbund eine „Verdeutschung“ des
nationalen Schachs

1921

Umgestaltung der Satzung des Deutschen Schachbunds im Sinn der „Berliner Richtung“ Posts
Ernennung Posts zum Ehrenmitglied der Schachgesellschaft
Post wird „Meister von Deutschland“ (ebenso 1922)
1922 April: Bildung des Brandenburgischen Schachverbands, dem die „Freie
Vereinigung“ als Berliner Schachverband beitritt
Zwei erfolgreiche Länderwettkämpfe gegen Schweden und Holland
Fritz Sämisch, Mitglied seit 1918, gewinnt ein Match gegen Richard Réti
1923 Der Brandenburgische Schachverband, Posts Ideen verpflichtet, verlässt den Deutschen Schachbund
1924 Juli: Erscheinen der „Brandenburgischen Schachzeitung“ (von 1927 an
„Schachwart“)
Feier von Laskers Sieg im New Yorker Eliteturnier. Laudator: Post
1926 Nur in diesem Jahr ist die Schachgesellschaft in den Berliner Vereinsmeisterschaften nicht durchweg Beste
1927 Dezember: Jahrhundertfeier der Schachgesellschaft im Berliner Rathaus
1928 Februar: Internationales Jubiläumsturnier. Gewinner: Aaron Nimzowitsch