Rückblick und Ausblick

Liebe Schachfreunde,
RUMMS!!- CHAPEAU!!! Da war dann selbst ich mal mehr als einen ganzen Tag sprachlos…:-)!!!
Ich höre derzeit von vielen Seiten, dass sie noch nicht richtig im Advent angekommen sind. Dass sich Weihnachten irgendwie auf leisen Sohlen anschleicht und uns alle auf einmal völlig überraschend – „in the face“ – anspringen wird. Der regelmäßig mitgelieferte Erklärungsversuch lautet dann: es liegt daran, dass Heiligabend dieses Jahr auf den 4. Advent fällt.
Und die Heerscharen der Verunsicherten haben sogar irgendwie recht. Im Prinzip. Sie sind mit ihrem Ansatz auf der richtigen Spur. Sie sind in ihrem Denken aber noch nicht radikal genug.
Seit Sonntag weiss ich: Heiligabend war schon – und zwar am 3. Advent!!!
Nach der Niederlage am 1. Spieltag, hatte ich uns zu ermutigen versucht, die Tabelle möglichst rasch zu korrigieren. Und nun: was für eine Bescherung! Nur 3 Runden später weist uns die Tabelle als Dritten aus. Sie ist richtig zum Verlieben.
In der 4. Runde gegen Rehberge haben wir genau genommen da weitergemacht, wo wir gegen Empor aufgehört haben. Und das gilt nicht nur bezogen auf die Örtlichkeit (- selten haben wir uns auswärts so zu Hause fühlen dürfen, wie gegen Rehberge -), sondern auch die Ergebnisse. Empor haben wir nach hohem Rückstand dank eines schönen Endspurtes noch einen wichtigen Mannschaftspunkt „klauen“ können und gegen Rehberge passte nun wirklich so ziemlich alles. Was für eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wieder einmal hat unser „Joker“ (- von „Ersatz“spielern“ mag ich bei den Jungs aus unserer 2. Mannschaft nun wirklich nicht sprechen) bewährt. Thomas Victor hat an Brett 8 mit Schwarz ein Remis geholt und somit mit zum Fundament beigetragen. Dann brachte uns Klaus mit einer einfach nur starken und überzeugenden Partie – ich kann das beurteilen, ich sass direkt neben ihm – in Führung. Für mich vielleicht die entscheidende Weichenstellung kam dann von Dieter, dem es nach zähem Kampf gelang, eine schwierige und klar nachteilige Stellung noch zu einem Remis zu verteidigen. Da seine Partie genau genommen die einzige war, die objektiv dazu einlud, sich Sorgen zu machen, war dies für mich ein ganz entscheidender Knackpunkt des ganzen Mannschaftskampfes. Statt auszugleichen vermochte Rehberge den Rückstand nur zu konservieren. Mir jedenfalls gab das einen ganz enormen Push. Statt negativem Stress gab es positiven. Aus den restlichen 5 Partien konnten wir 4 Siege sowie ein Remis holen. UNd die Chöre sangen für uns. UNd Mark Foster noch dazu. Und Hertha gewann auswärts dank einer Energieleistung zu zehnt in Leipzig 3:2. Glaubt wirklich einer von Euch ernsthaft, dass der 4. Advent das toppen kann?!
Nun kann man sich natürlich – ihr wisst ja: nach Heiligabend wird es gern besinnlich – fragen, wem wir den Aufschwung zu verdanken haben. Es gibt da zunächst ebenso naheliegende, wie auch zweifellos richtige Erklärungen. So kenne ich Peter nun schon wirklich einige Jahrzehnte, aber ich habe ihn ehrlich gesagt noch nicht sooo bärenstark erlebt. An Brett 2 lässt er gestandenen, starken Spielern kaum eine realistische Chance. Jetzt wo er Blut geleckt und gemerkt hat, dass gewinnen mehr Spass macht, als Remis zu spielen, ist er schwer zu stoppen. Nicht minder erfolgreich hat auch Stefan mit 2,5/3 zu unserem Höhenflug beisteuern können. Oder auch Frank, der sich augenscheinlich in richtig starker Verfassung zeigt. Nachdem er bei der Vereinsmeisterschaft mit 3 Niederlagen startete, hat er sodann 4 Siege folgen lassen. Und diese Form kommt uns allen augenscheinlich auch Sonntags zugute.
Ich glaube aber, dass es viel zu kurz gegriffen wäre, den aktuellen Stand nur an einzelnen, momentanen Leistungsträgern festmachen zu wollen. Ich glaube ganz fest daran, dass – wenn es nicht am Weihnachtsmann oder meinen Bananen liegt – unser größter Trumpf unsere Einstellung und die mannschaftliche Geschlossenheit ist. Es macht einfach Spass Teil dieses Teams zu sein und in diesem zu spielen. Da ist echt etwas zusammengewachsen. Jeder ist motiviert und gibt sein Bestes. Wir sind nicht nur weit davon entfernt, kampflose Punkte abzugeben, sondern fiebern mit, kämpfen und stellen uns in den Dienst der Mannschaft. Sei es etwa Wolfgang, der nun schon seit Jahren klaglos seinen Kopf an Brett 1 für uns hinhält, um das Spitzenbrett der Gegner abzufangen Oder auch Frank, der nun schon wiederholt Sonntag morgen vor sieben aufsteht, um von Potsdam kommend gegen 8 Uhr da zu sein, und sich um Tische, Bretter, Figuren und Uhren zu kümmern. Oder Dieter, der zwar in Kreuzberg lebt, und wegen der Entfernungen und Zeiten als Berufstätiger leider freitags wenig Gelegenheit findet, um am Vereinsleben teilzunehmen, der jedoch trotzdem nicht „auf dumme Gedanken kommt“, sondern uns treu bleibt, weil er sich im Team wohlfühlt, und weiss was er an uns hat. Oder Klaus, der für die Truppe, mit all seinen Erfolgen, all seiner Gelassenheit und Erfahrungweit mehr, als ein „verdienter Altmeister“, sondern ein ganz wesentlicher, integrativer Bestandteil an Brett 3 ist und der damit „en Passent“ mich, Stefan und alle nachfolgenden Spieler – genau , wie Wolfgang, vor noch stärkeren Gegnern bewahrt. Und ich glaube, auch wenn er bislang nur einmal spielen konnte, sind wir alle froh, dass wir hinten an Brett 8 einen so starken Spieler, wie Andreas haben. Zugegeben, seine bisherigen 100% gründen sich erst auf einem Einsatz, so dass leicht der Eindruck entstehen kann, dass sich faktisch im Vergleich zur Vorsaison, in der er nicht für die 1. Mannschaft gemeldet war, nicht so viel geändert hat. Aber: als er gebraucht wurde, war er da. Und hat geliefert. Bei dem Versuch, Heinz-Dieters Fehlen dauerhaft auszugleichen, ist er für mich und insbesondere die Mannschaft essentieller Teil der Lösung. Und: last not least gleichermaßen zur mannschaftlichen Geschlossenheit, wie auch zur gegenwärtig erfreulichen Tabellensituation haben in entscheidender Weise auch unsere „Joker“ beigetragen, von deren Diensten wir eichlich Gebrauchj gemacht und profitiert haben. Alleine in der 1. Runde waren 4 von ihnen am Start und erzielten dabei sogar einen positiven Score! Und das hat sich auch seither nicht geändert. Unsere „Joker“ haben auch nach der 4. Runde unter dem Strich in der Stadtliga eine positive Bilanz aufzuweisen. Ohne unsere Joker würden wir – tabellarisch, wie emotional – mitten im Abstiegskampf stecken. Dank ihnen geht es uns gut.
Und diese Momentaufnahme dürfen wir auch ruhig mal geniessen!
Zumindest bis zum Jahreswechsel!
Danach sollten wir wieder etwas dafür tun, uns dieses Glücksgefühl (zumindest) noch eine weitere Runde zu erhalten.
Am besten gleich in der 5. Runde, am 14. Januar 2018 bei unserem – echten (!) – Auswärtsspiel gegen BSV 63 Chemie Weissensee II (Bürogebäude Hansastr. 190, 13088 Berlin).
Wir spielen beim Tabellenschlusslicht und sollten daher gute Chancen haben, unseren Platz sogar zu festigen und den Abstand zu den Abstiegsplätzen groß zu halten. Dies gilt aber nur dann, wenn wir das, was uns bisher ausgezeichnet hat, unsere Einstellung, auch wieder ans Brett mitbringen; dann können wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Ich persönlich fände das übrigens richtig cool. Stellt Euch vor, wir wären nach der 5. Runde und damit mehr als der Hälfte der Spiele immer noch Dritter!
Andererseits haben wir in dieser verdammt ausgeglichenen Gruppe trotz allem nur einen Punkt Vorsprung auf den Tabellensiebten (- der uns im Übrigen in der 1. Runde geschlagen hat). Mit einer Niederlage in Weißensee würden wir gleich zu Anfang des neuen Jahres mit dem Hintern das wieder Einreissen, was wir uns gerade mühsam mit den Fingern erst aufgebaut haben. Ich glaube, wir sind gut beraten, mit gesundem Selbstbewusstsein, aber ohne Überheblichkeit hinzufahren. Wir sollten mit der bestmöglichen Aufstellung und müssen mit der bestmöglichen Einstellung dort antreten, um den Schwung mitzunehmen und unserem Saisonziel zwei ganz wichtige Mannschaftspunkte näher zu kommen. Wir würden dann alle, die zur Zeit unter uns stehen – und das sind im Moment gar nicht so wenige – zumindest auf Distanz halten und das Schlusslicht weiter distanzieren, statt es aufzubauen.
Und all denen, die noch nicht gemerkt haben, dass Weihnachten schon vorbei ist, wünsche ich wunderschöne Nachfeiern am 4. Advent und den beiden darauf folgenden Tagen, die vielleicht sogar ansatzweise mit dem vorgestern schon Erlebten mithalten können…
… und natürlich – schon mal – einen angenehmen Übergang in ein gesundes, glückliches und – warum, denn nicht (?!) – gerne auch sportlich erfolgreiches Neues Jahr!!!!!

Feri

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