Der Schachzug rollte – Ein Erlebnisbericht zweier (Neu-)Eckbauern !

Zum 6. Mal veranstaltete der Tschechische Schachverband 2016 nunmehr eine 5-tägige Schachrundreise, welche auch diesmal wieder knapp 120 Schachspieler aus etwa 18 Ländern – die Weitgereistesten kamen aus Israel und den USA -auf sehr schöne Weise zusammenführte. Erstmalig war auch der älteste deutsche Schachverein mit zwei Spielern vertreten. Die Reise begann und endete, wie jedes Jahr, in Prag und die Städte, in denen die wir vom 7. bis zum 11. Oktober Station machten waren: REGENSBURG, INNSBRUCK, SALZBURG und CESKY KRUMLOW. Das Besondere: an Bord findet ein 10 – rundiges Schnellschachturnier statt (20 Minuten + 10 Sekunden Inkrement pro Zug). Die Spielstärke des Teilnehmerfeldes war breit gestreut. Es reichte von 2577 – der türkische Großmeister und spätere Turniersieger Atalik Suat – über den ukrainischen IM Roman Khaetsky (2369) und einigen FM’s bis hinunter zu 1000. Wir Eckbauern waren auf Platz 42 (Feri) und 63 (Michael Dziallas) gelistet. Wie trügerisch solche Zahlen beim Schnellschach mitunter sein können, sollte von uns beiden bei dem Turnier auf höchst unterschiedliche Weise sehr eindrücklich nachgewiesen werden. Michael spielte gegen überwiegend ganz starke Gegner auf Augenhöhe (siehe etwa seine anliegende Glanzpartie) und kam trotz einer Niederlage in der Schlussrunde verdientermaßen mit 5,5 Punkten und einer Buchholzwertung von stolzen 45,5 auf einen sehr beachtlichen Platz 35 (- z.B. vor FM Michael Bilek [2314], der 37. wurde), d.h. er übertraf sich selbst und tankte kräftig Selbstbewusstsein. Feri endete – nicht minder verdient – mit nur 4 Punkten (bei einer Buchholz-Wertung von 38 Punkten) auf Platz 83. Man wird sein/mein Abschneiden – u.a. mit einer unerwarteten Niederlage gegen einen 11-jährigen Jungen – getrost als enttäuschend werten dürfen.

Und das vielleicht größte Kompliment, dass man den Veranstaltern und ihrer hervorragenden Organisation machen kann und machen muss lautet: es waren trotzdem – selbst aus seiner/meiner Sicht – eine tolle Reise und eine geile Zeit !!! Wer Feri/mich ein bisschen kennt, sollte ermessen können, was das über das Ganze aussagt …

Dass selbst der nach Strich und Faden vermöbelte 83. des Turniers sich irgendwie noch als Sieger fühlen durfte, lag an der angenehmen Gesellschaft (wir reisten beide mit unseren Frauen – Begleitpersonen fuhren entspannt im 1. Klasse Wagen mit), den tollen Städten, deren Besichtigung selbst allemal die Reise wert war, wirklich guten Unterkünften, ganz überwiegend hervorragendem Essen, von dem tschechischen Bier mal ganz zu schweigen …
Kurz: es war ein echtes Erlebnis, welches, Gott sei Dank, nicht einzigartig bleiben muss; auch im Oktober 2017 wird der Schachzug wieder rollen und mit anderer Streckenführung im Rahmen eines Schnellschachturniers reiselustige Schachspieler aus allen möglichen Ländern zusammenführen…
Es gibt (zumindest) einen Eckbauern, der da noch etwas gut zu machen hat – auch wenn er gegen den dann schon 12-jährigen sicherlich erst recht keine Chance mehr haben wird … – und der sich freuen würde , wenn der älteste deutsche Schachverein im nächsten Jahr noch etwas besser und auch zahlreicher vertreten wäre.
Im Ernst: es gibt im Leben nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)!
Nehmt es schon mal auf Euern Radar und überlegt es Euch. Bei entsprechendem Interesse könnt Ihr uns gerne kontaktieren. Für Nachfragen stehen wir natürlich auch gerne zur Verfügung.

Die Veranstalter haben im Übrigen Bilder von der diesjährigen Schachreise ins Netz gestellt, die auch geeignet sind, einen gewissen Eindruck von der Atmosphäre zu vermitteln – und vielleicht Appetit auf mehr (als nur Bilder) zu machen. Sie sind bei www.praguechess.cz zu finden. Wem das als Appetitanreger noch nicht reicht, der sei auf die nachfolgende Glanzpartie des besten Eckbauern des Turniers verwiesen.
Ich glaube, wir könnten mit einer netten Truppe richtig viel Spass haben. Und wenn dann, für den Einen oder Anderen auch noch der eine oder andere Punkt mehr dabei herausspringen würde …
In diesem Sinne
Alles Gute

Micha + Feri

PS 1: Dr. Holger Ohst, Germany 2059 – Michael Dziallas, Germany 1801
10.10.2016 auf dem Schachzug, irgendwo zwischen Salzburg und Cesky Krumlow,
(vermutlich im „Tal-Wagen“)

 

PS 2: Unsere Frauen fanden die Zeit genauso toll, wie wir …!!

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3 Kommentare zu Der Schachzug rollte – Ein Erlebnisbericht zweier (Neu-)Eckbauern !

  1. Jürgen Brustkern sagt:

    Szia Ferenc,
    hallo Michael,
    der wunderbare Bericht hat mir außerordentlich gut gefallen, und Lust zur Teilnahme gemacht!
    Ich überlege auch schon seit Jahren, ob ich diese spezielle Reise mitmachen soll.
    Michael, Glückwunsch zu Deiner tollen Angriffspartie!
    Beste Grüsse vom „Simultan-Gegner“!
    Jürgen Brustkern

    • Feri sagt:

      Szia Jürgen,

      danke für die Blumen …

      Sollte der Bericht Deine Reiselust entscheidend fördern, so wäre er schon mal nicht umsonst gewesen. – Örülnék!

      Dir wäre zu wünschen, dass Du bei Deiner 1. Schachzugreise eher auf mich und nicht gleich auf den knochenharten Micha triffst … – ich wurde, bei jung und alt, von Spieltag zu Spieltag beliebter. USA, Russland, Tschechien, Norwegen, egal woher sie kamen, begegnete ich später noch mal meinen Gegnern im Zug, erntete ich stets ein freundliches und zufriedenes Lächeln …

      Wenn sich noch ein paar Bekannte fänden, wäre ich 2017 wieder dabei – schon um auch noch die restlichen Fehler zu finden!

      Viszontlátásra Feri

  2. Frank Möller sagt:

    Ein schöner Bericht von Feri,über ein außergewöhnliches Turnier.Die Abschlusstabelle findet man hier.http://chess-results.com/tnr220380.aspx?lan=5&art=1&fed=CZE&flag=30&wi=821

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